Die aktuelle Shell-Jugendstudie hat ergeben, dass die soziale Kluft zwischen armen und reichen Kindern und Jugendlichen immer größer wird.

Aus der Presseinformation der NRW-Ministerin Schäfer für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport  vom 20.05.2011:

"Die Zuversicht auf gute Lebens- und Bildungsperspektiven bei Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien hat weiter abgenommen. Wir sind im Begriff, ein Fünftel der jungen Generation zu verlieren. Um dies zu verhindern, brauchen wir nicht nur ein sozial gerechtes Bildungssystem und den Ausbau von Ganztagsschulen, sondern auch zusätzliche Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit.

Gemeinsames Ziel muß es sein, allen Kindern und Jugendlichen die gleiche Chancen auf eine gute Lebens- und Bildungsperspektive zu ermöglichen."
 

Um im Sinne der Kinder und Jugendlichen darauf reagieren und agieren zu können, müssen die vielfältigen präventiven Ansätzen und Angebote in allen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit adäquat ausgestatten werden. Nur so kann, der in der Shellstudie festgestellten Entwicklung effizient entgegengewirkt werden. Somit ist die beabsichtigte finanzielle Aufstockung der Mittel im NRW Kinder- und Jugendförderplan erst einmal zu begrüßen.

 

Wichtig für Kinder und Jugendliche sind in der Jugendhilfe Zuverlässigkeit und Kontinuität.  Somit muß die Kinder- und Jugendarbeit und deren finanzielle Förderung strukturell langfristig ausgelegt sein. Bei der Aufstockung im NRW Förderplan geht es um zeitlich begrenzt geförderte Projekte, die aber nur einen ergänzenden Charakter haben können.

 

Es fehlt somit im NRW Förderplan die langfristige strukturelle finanzielle Ausrichtung, die die notwendige  Zuverlässigkeit und Kontinuität in der Kinder- und Jugendarbeit gewährleistet.  Nur mit ihr werden wir aber nachhaltige Veränderungen bei Kindern und Jugendlichen einleiten können. Eine gut gemeinte Erhöhung der finanziellen Ressourcen  im Förderplan bleibt in einer kurzsichtigen Ausrichtung stecken und verliert an langfristiger Wirkung.

 

Nur wenn wir Erwachsenen –insbesondere unsere Entscheidungsträger-  endlich den Satz: „Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft“ ernst nehmen, werden wir es schaffen unsere Kinder und Jugendliche nicht ganz zu verlieren. Ganz davon abzusehen, dass unsere Kinder für die Folgekosten unseres Versagens in ihrem zukünftigen Leben aufkommen werden müssen.

 

Jeder sollte daran denken „ Wir sind nicht nur dafür verantwortlich was wir tun, sondern auch für das was wir nicht tun“