Wir, die Mitarbeiter der offenen und mobilen Jugendarbeit in der Stadt Düren, möchten mit dieser Homepage nicht nur unsere Arbeit vorstellen, wir möchten Sie vielmehr für unsere Arbeit sensibilisieren. Eine Arbeit, die in der Vergangenheit starken  Veränderungen unterworfen war und derzeit Gefahr läuft, im Niemandsland sogenannter „Freiwilliger Leistungen“ weiter an Bedeutung zu verlieren. Die angekündigten Sparmaßnahmen des Kämmerers  werden dazu führen, dass ein funktionierendes dezentrales Hilfesystem in der Jugendarbeit, ab 2013 Geschichte sein wird.

In den vergangenen Jahren haben die JugendarbeiterInnen versucht,  vorausgegangene Einsparungen mit hohem persönlichem Engagement zu kompensieren. Einzelkämpferstatus in den Jugendheimen und in der mobilen Jugendarbeit ist genauso  zur Normalität geworden wie Sponsorensuche und Wochenenddienste.
Die Angebote der Jugendarbeit werden zum Freizeitspaß degradiert und einer technokratischen Kosten-Nutzen Rechnung unterworfen. Die hohe Qualität unserer Arbeit, Zuhörer, Ansprechpartner, Begleiter und  Helfer  für junge Menschen zu sein, wird ausgeblendet. Stattdessen findet sich die Jugendarbeit immer öfter in einer ordnungsbehördlichen Falle wieder, wenn es wieder darum geht „störende“ Jugendliche zu entfernen und sei es auch nur aus dem Blickfeld. Als ein Beispiel sei die Neugestaltung des Museumsvorplatzes genannt. Jetzt, wo „das Kind in den Brunnen gefallen ist“(siehe Artikel), wird nach uns gerufen. Wieso wurde nicht im Vorfeld unser Fachwissen angefragt, um den vorhersehbaren Konflikt im Interesse aller zu vermeiden?

 

Jugendarbeit arbeitet präventiv!

 

Im Rahmen von Beziehungsarbeit gelingt es, Jugendliche über einen längeren Zeitraum hinweg auf Ihrem Lebensweg zu begleiten und zu unterstützen. Wir sind hierbei oft die einzigen erwachsenen Ansprechpartner außerhalb der Systeme Schule und Familie. Auch wenn sich Prävention  leicht einer statistischen Darstellung entzieht, ihre Wirkung bleibt unbestritten. Leider wird heute zunehmend von außen bestimmt, was für Soziale Arbeit als Erfolg ihrer Arbeit zu gelten hat.

 

 

Was sagen die Finanzpolitiker hierzu? Bemessungsgrundlage????

 

-    Inge, die kurz davor stand ihr Leben, im wahrsten Sinne des Wortes, für Drogen wegzuwerfen, fand über die intensive Beziehung zu den Mitarbeitern des Jugendheimes und deren Unterstützung, zu sich selbst und ist nun glückliche Ehefrau und Mutter von 2 Kindern.

 

-    Ali, der mit beiden Beinen schon im Gefängnis stand und es durch die Mitarbeiter des Jugendheimes geschafft hat im Leben wieder Fuß zu fassen, da die Mitarbeiter jederzeit für ihn als Ansprechpartner da waren

 

-     Michael, der durch die anhaltende und ausdauernde Beziehungsarbeit der Mitarbeiter des Jugendheimes seine Drogentherapie erfolgreich beendete und jetzt kurz davor steht das seine Kinder wieder zu ihm und seiner Freundin nach Hause zurückgeführt werden

 

-    Maria, die es trotz ihrer intensiven Drogenkarriere, durch die jahrelange intensive Beziehung zu den Mitarbeitern geschafft hat zu überleben und seit Jahren ihren Platz in der Gesellschaft gefunden hat.

 

-    Der jähzornige, schnell reizbare und gewaltbereite Ingo, hat sich durch die vielen Gespräche mit den Mitarbeitern des Jugendheimes dazu entschlossen dies anzugehen und  eine Therapie zu machen. Vor einem Monat hat er die Gesellenprüfung zum Papiermacher bestanden.

 

-    Die zwar hochgradig depressive aber intelligente Michaela, hat durch die intensive Beziehungsarbeit der Jugendheimmitarbeiter vor circa 1 Jahr angefangen ihrem Leben wieder eine Perspektive zu geben. Im Sommer beginnt sie unter anderem mit dem Nachholen ihres Hauptschulabschlusses.

 

-    Aylin kommt schon seit dem ersten Schuljahr zur Hausaufgabenbetreuung.
Ihre Eltern können ihr nicht helfen. Dank der Hilfe im Jugendheim in
der Hausaufgabenbetreuung geht sie nach den Sommerferien auf's Gymnasium.


 

Wie soll man die präventive Wirkung von offener Kinder- und Jugendarbeit messen????

 

Das was sie verhindert erscheint in keiner Statistik. Wirken tut sie trotzdem!