Was will Jugendarbeit ?

 

Posteraktion der mobilen Jugendarbeit

 

Jugend und Jugendarbeit

 

Hatten Jugendliche und Heranwachsende früher noch Werte wie Freundschaft, Charakter und Selbstbewusstsein, so hat sich das in der heutigen Zeit komplett gewandelt. In einem Leben, das von klein auf von Medien und der Konsumwelt beeinflusst wird, sind Markenklamotten und das aktuellste Handygerät am wichtigsten in der Lebenswelt von Jugendlichen geworden. Handy und die entsprechenden Markenklamotten werden zu Objekten, mit denen man seine Identität zum Ausdruck bringt. Unabhängig von Sympathie und Charakter des Jugendlichen beruht seine Stellung in der Gruppe oft auf dem Besitz der notwendigen Statussymbole. Selten erfolgt die Beurteilung und Aufnahme in die Gruppe nur auf grund der Eigenschaften eines Charakters.

Vorgelebt bekommen die Jugendlichen dies von den Erwachsenen, die ständig auf der Jagd nach jugendlichem Aussehen und Ansehen ist. Alt werden oder sein, möchte in der heutigen Gesellschaft niemand mehr. Unterstützt wird dies durch die Medien, insbesondere durch die Werbung. Ständig werden Anti Aging Produkte angepriesen und somit den Jugendlichen ihre Welt genommen, in der immer mehr Erwachsenen ihren Platz suchen.

Verunsichert durch diese Entwicklung im Leben gibt es immer weniger Anhaltspunkte, welche Dinge wirklich wichtig und für die Entwicklung eine selbstbewussten Charakters ausschlaggebend sind. Nur wer bei sich und seinem Selbst ist, kann diesen Verlockungen und unsteten Haltepunkten im Alltag widerstehen und seinen eigenen Weg im Leben finden. Hier findet professionelle Jugendarbeit ihren Platz.

Jugendarbeit ist neben der Familie und der Schule/dem Beruf die dritte Bildungsinstanz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bi 27 Jahren in unserer Gesellschaft.

Im Rahmen der professionellen Sozialarbeit ist die Offene und Mobile Kinder- und Jugendarbeit integriert. Mit ihrem sozialpolitischen, pädagogischen und soziokulturellen Auftrag und einem sozialräumlichen Bezug ist sie Bestandteil einer sich ständig entwickelnden Gesellschaft.

Die Offene und Mobile Kinder- und Jugendarbeit hat den Schwerpunkt, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu begleiten und zu fördern. Im Sinne der Partizipation setzt sich die Jugendarbeit dafür ein, dass sich Kinder und Jugendliche im Gemeinwesen partnerschaftlich integrieren, sich wohlfühlen und an den Prozessen unserer Gesellschaft mitwirken.

Die Schwerpunkte der Offenen und Mobilen Jugendarbeit sind im Einzelnen:

a) Verbesserung der Lebenswelt

- Vermittlung zu Hilfesystemen und Abbau von Schwellenängsten gegenüber
    anderen Hilfsangeboten

- Eröffnung, Schaffung und Nutzbarmachung von Freizeitgestaltungsmöglichkeiten

- Hilfen zur Alltagsbewältigung

- Prävention

b) Interessenvertretung

Ein wesentliches Ziel von Offener und Mobiler Jugendarbeit ist es, Kinder und Jugendlichen und derenInteressen, Normen und Werten Akzeptanz gegenüber zu bringen. Darüber hinaussollen diese der Gesellschaft transparent gemacht werden und die Akzeptanz innerhalb dieser gefördert werden.

Die Offene und Mobile Jugendarbeit ist Vermittler zwischen dem Klienten und dem
Hilfesystem und soll einen Zugang zu diesem System ermöglichen.

Was ist Jugendarbeit nicht?

Die Jugendarbeit soll nicht als billige Freizeitbeschäftigung angesehen werden, die Kinder und Jugendliche von der Straße holt und aufbewahrt bzw. die die Jugendlichen im Sinne einer „Sozialfeuerwehr“ von der Straße vertreibt. Die Jugendarbeiter sind keine Animateure, sondern verfolgen pädagogische und soziale Ziele und arbeiten nach pädagogischen Konzepten.

 


Was würden Jugendliche tun, wenn sie bei Problemen und Krisen keinen Ansprechpartner  mehr hätten, der an ihren Treffpunkt kommt?

 Wo würden die Kinder der Vollzeitbeschäftigten nach der Schule hingehen, wenn es den Mittagstreff und die Hausaufgabenbetreuung im Jugendtreff nicht gäbe?