„ ......Jeder Cent in der Jugendarbeit gut angelegt ist..... “

 

 

Zitat aus der Mitteilungsvorlage zur Effektivität der Kinder- und Jugendarbeit in der Jugendhilfeausschusssitzung der Stadt Düren im Januar diesen Jahres: 

 

Angesicht der Veränderungen im Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen, der Auswirkungen wirtschaftlicher Not, der Auflösungserscheinungen von Familienstrukturen und einer zunehmenden Entsolidarisierung übernimmt die Kinder- und Jugendarbeit eine nicht zu unterschätzende  Funktion.  ................................................Offene Jugendarbeit ist und kann nicht als sog. freiwillige Leistung verstanden werden. Sie leistet mit ihren engagierten Mitarbeiter/-innen seit Jahren einen wesentlichen Beitrag im Sinne der Prävention und einer im Bedarfsfall niederschwelligen unbürokratischen Direkthilfe.“  >> hier klicken

 

Zitat aus dem Dürener Nachrichtenartikel vom Mittwoch den 4 Mai 2011 in dem Landrat Spelthahn und Bürgermeister Larue sich u.a. zur Jugendarbeit äußern:

 

“ Viel wichtiger ist aber die vorsorgliche Arbeit:“ Was uns im Vorfeld mit Präventionsmaßnahmen gelingt, bleibt uns am Ende an teurer Nachsorge erspart“, betont nicht nur Landrat Spelthahn, das jeder Cent in der Jugendarbeit gut angelegt ist>> hier klicken

 

Sowohl in der JHA Vorlage als auch in dem Zeitungsartikel wird ausdrücklich auf die präventive Wirkung der Jugendarbeit verwiesen und das sie teure Nachsorgemaßnahmen verhindert. In beiden Äußerungen wird unmissverständlich festgestellt Jugendarbeit spart langfristig Geld.

 

Um so unsinniger erscheinen somit die aktuellen städtischern Kürzungsvorhaben in Höhe

von 62.464,00 Euro in dem Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

 

Genauso unsinnig mutet der politische Vorschlag an, diese beabsichtigte Kürzung, durch Einsparungen in anderen Bereichen der Jugendhilfe aufzufangen.

 

-         So sollen die Zuschüsse für Bedürftige für Ferienmaßnahmen gestrichen werden

-         So soll die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in Vereinen und Verbänden 
     gestrichen werden

-         So soll der Zuschuss an den Stadtjugendring gestrichen werden

-         .....................

 

Die Politik will sparen und übersieht, das der gesamte Bereich der Jugendhilfe als Ganzes wahrgenommen werden muss.

 

Die Jugendhilfe ist ein Hilfesystem, das aus verschiedenen Bereichen besteht, die wie Zahnrädern eines Getriebes in einander greifen. Zahnräder müssen verstärkt bzw andere Übersetzungen müssen eingebaut werden, sobald sich die Belastungsanforderungen auf das Getriebe erhöhen.

 

Im Jugendhilfebereich des allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) ist dies vorgemacht worden. Die Anzahl der Fachkräftestellen wurde erhöht, um den gestiegenen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Ziel ist es im Sinne der Kinder und Jugendlichen qualitativ besser pädagogisch arbeiten zu können um so auch kostspielige Fremdplatzierungen zu vermeiden.

 

 

Jedoch sollte man hinterfragen, was bzw. wem diese Investitionen nützen, wenn gleichzeitig in präventiven Bereichen der Jugendhilfe, so wie in der offene Kinder- und Jugendarbeit, der Verbands- und Vereinsarbeit erhebliche Mittel gekürzt werden. In den Bereichen die präventiv arbeiten und die verhindern das Kinder und Jugendliche überhaupt zu Fällen des ASD werden.

 

Welch kurzsichtiges Handeln.

 

Nimmt die Politik bewusst in Kauf das in naher Zukunft nochmals die Stellen im ASD erhöht werden müssen?

 

 

Hat hierfür die Politik überhaupt die Fachlichkeit, um diese Entscheidung treffen zu können?